5 ½ Fragen an Simone Naumann

Nachdem ich das Netzwerken liebe und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei Simone Naumann, die heute Rede und Antwort steht (danke an Claudia Schulte für die Empfehlung).

Neben ihrer Arbeit als Unternehmens-Fotografin für Visual Storytelling betreibt Simone Naumann eine Schule für alle, die mit dem Smarphone qualitativ hochwertige Business-Fotos machen wollen. Wenn das nicht spannend ist?!

Viel Spaß beim Lesen!

 1. Was tust Du und wie lange gibt es Dein Unternehmen schon?

Meinen ersten offiziellen Auftrag als Fotografin bekam ich vor fast zehn Jahren.

Eine Scheckübergabe an den damaligen Oberbürgermeister Christian Ude sollte fotografisch festgehalten werden. Ich war damals sehr aufgeregt und kontrollierte permanent meine Kamera, ob ja alle Einstellungen stimmen. Zum Glück legt sich dieses Lampenfieber nach einer Zeit wieder.

Damals wusste ich noch nicht genau, welches fotografische Genre ich bedienen wollte, vieles bereitete mir Spaß. Ob Business- oder Familienfotografie, von Reportagefotografie bis Hochzeits-, Kindergärtenfotografie oder Mitarbeiterporträts, Produktfotografie und Reportage.

Ich bin fast alle Genres durchlaufen und habe dabei meine Leidenschaft für das Visual Storytelling in der Unternehmensfotografie gefunden.

Ein Porträt soll eine Geschichte erzählen, ein Produkt zeigt bereits in der Bildgestaltung, welchen Ansprüchen es gerecht werden soll. Auf Websites und in der digitalen Kommunikation gewähren Unternehmen Einblicke in ihre Räume, Produktionsstätten, sie visualisieren Prozesse um sich ihren Kunden näher zu bringen, erzählen visuelle Geschichten mit Leidenschaft und Emotionen.

Dafür entwickle ich gemeinsam mit den UnternehmerInnen Bildkonzepte, schaffe eine visuelle CI und gebe ihrer Marke ein authentisches Bild.

Aus der Frage nach der Umsetzung ist mein zweites Unternehmen entstanden.
Im Herbst 2017 legte ich den Grundstein für die SMARTphotoschule für Business.

2. Wie bist Du zu Deiner jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Deiner ursprünglichen Ausbildung?

Nein ganz und gar nicht. Ich lebte und arbeitete damals in Amsterdam und entdeckte in dieser wunderbaren Stadt mein altes Hobby die Fotografie wieder neu.

Ich wollte immer mehr wissen, die Aufnahmetechnik beherrschen, vor allem viel über Bildgestaltung und Kompositionsmittel lernen. Ich besuchte hier und da diverse Fotografie-Workshops und begann schließlich eine Ausbildung an der Fotoakademie Amsterdam.

Nach meinem Umzug nach München setze ich die Ausbildung an der Prager Fotoschule Österreich fort und schloss sie 2014 mit einer Diplomarbeit zum Thema „Visual Storytelling“ ab. Ich bin sozusagen eine Quereinsteigerin.

3. Würdest Du die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Du nochmal vor der Wahl stündest?

Ja unbedingt. Erstens hat mir die Ausbildung sehr viel Spaß gemacht und zweitens ist mir das „WARUM“, sind mir die Zusammenhänge sehr wichtig.

Ich wollte und will beschreiben, was ich tue und warum ich es tue. Vier Jahre lang beschäftigte ich mich mit Themen rund um Fotografie, Kunst und Gestaltung, fertigte ausführliche Dokumentationen zu allen Epochen der Kunstgeschichte und Architektur an. Von der Malerei lernte ich den Umgang mit Farben und Licht. Mir ist es sehr wichtig, mit den Kunden darüber sprechen zu können, warum Unternehmen ihre eigene Bildsprache benötigen, mit welchen Mitteln Sie sich von der Masse abheben können und warum ich meine Fotografien so und nicht anders gestalte.

4. Was inspiriert Dich im Job am meisten?

Die Zusammenarbeit mit Menschen, das bewusste Hinhören und Visualisieren. Es fühlt sich toll an, wenn meine Kunden sagen „Oh ja, das bin ich“.

Ein Fotoshooting ist für mich nicht die schnelle Abbildung einer Person in seiner Arbeitsumgebung, ganz im Gegenteil, bei mir bekommen die Kunden Zeit geschenkt, Zeit sich wieder zu begegnen, sich Gutes zu tun, sich anzuschauen und zu sagen „Wow, das bin ich und das fühlt sich gut an und sieht gut aus“.

Dieses wunderbare Gefühl, mit dem die Kunden das Shooting verlassen, inspiriert mich sehr.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Du bisher getan hast?

In vier Monaten 200 Kreative aus der ganzen Welt in einer Ausstellung zu vereinen.

Das war im Jahr 2012, im Rahmen einer Gruppenausstellung der Prager Fotoschule mit dem Thema Soziale Medien. Via Facebook lud ich hunderte Kreative zu einer gemeinsamen Ausstellung ein. Sie schickten mir ihre Porträts und persönliche Statements, die ich auf Tafeln drucken ließ und eine große Wand damit gestaltete. Internet zum anfassen sozusagen. Das Fremde, das Unbekannte bekam ein Gesicht, mit dem man sich beschäftigten konnte. Aus München bekam ich dabei sehr viel Unterstützung. Schaut mal vorbei, ihr findet sicher bekannte Gesichter.

Das Projekt ist abgeschlossen, aber wer weiß, vielleicht entsteht wieder etwas Neues, etwas ganz Anderes daraus.

Jetzt gibt es ein ganz neues Projekt, die Gründung der ersten SMARTphotoschule für Business in Deutschland. Nicht auf dem ersten Blick Außergewöhnlich aber ich finde bei näherem Hinschauen und Kennenlernen ein ungewöhnliches Konzept mit außergewöhnlichen Angeboten und einem tollen, hochqualifizierten Team.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Dein Tipp für die Mittagspause?

Nach dem Mittagessen einfach loslaufen. Eine halbe Stunde um den Block gehen, aber das Smartphone bleibt im Büro. Der Kopf wird frei, man nimmt seine Umgebung aktiv wahr und ein vorhandener Schrittzähler freut sich.

simone-naumann.com

die-smartphotoschule.de

Foto: Konstanze Meindl