5 ½ Fragen an Irmi Baumann

Nachdem ich das Netzwerken liebe und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei Irmi Baumann, die heute Rede und Antwort steht (danke an Silvia Stenzel für die Empfehlung).

Raus in die Natur! So kurz und knapp kann man vielfältige Angebot von NaturCoach und Bergwanderleiterin Irmi zusammenfassen. Was sie genau macht, erzählt sie uns in den folgenden 5 ½ Fragen.

Viel Spaß beim Lesen!

 1. Was tust Du und wie lange gibt es Dein Unternehmen schon?

Als NaturCoach und Resilienztrainerin biete ich ein breites Portfolio in und mit der Kraft der Natur an.

Mein Schwerpunkt liegt im nachhaltigen Gesundheitsmanagement für Firmen und Privatpersonen. Dieses findet eben nicht in geschlossenen Räumen oder sterilen Konferenzsälen statt. In meinen Kursen sind wir immer draußen in Wald, Feld und Flur. Das hat den Vorteil, dass wir einen tatsächlichen Tapetenwechsel haben und zudem die heilende Kraft der Natur nutzen. Wissenschaftler haben es längst bewiesen. Das ist nicht nur die besagte „frische Luft“ – ein Aufenthalt insbesondere im Wald

– senkt nachweißlich den Blutdruck,
– reguliert den Puls,
– reduziert auf natürliche Weise Stresshormone und
– aktiviert unsere natürlichen Abwehrkräfte!

Dieses Wissen macht die Natur für alle Menschen im westlichen Gesundheitssystem unumgänglich. In der heutigen stressgeplagten Gesellschaft daher ein ganz wichtiges Modul, das effektiv wirkt, bereichert und auch noch Spaß macht.

Des Weiteren biete ich in der Naturpädagogik für Kinder und Jugendliche neben einem abwechslungsreichen Freizeit-/ und Ferienprogramm auch die Unterstützung für Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen in der Naturbildung sowie Natur kreativ Module an, damit Kinder und Jugendliche die Natur spielerisch und künstlerisch erfahren. Ich sehe mich hier vor Allem als „Lehrertandem“ und will allen Kindern phantasievolle, ausgedehnte und faszinierende Naturbegegnungen ermöglichen.

Daneben veranstalte ich Wildkräuter-Workshops in der urbanen Natur Münchens und koche in privaten Haushalten für Einladungen etc.. Wildkräuter sind unser heimisches Superfood. Sie wachsen meist unbeachtet am Wegesrand und gelten nicht selten als „Unkraut“ – dabei bergen sie viele Geheimnisse.

Mein Anliegen ist, dass wir wieder lernen uns mit der Natur zu verbinden. Ich will dieses Wissen weitergeben und die Menschen animieren, diese heimischen Alleskönner (wieder) zu nutzen und damit gesund zu werden und zu bleiben.

Und dann habe ich mir im letzten Jahr einen kleinen persönlichen Traum erfüllt und meine Prüfung zur Bergwanderleiterin gemacht. Menschen auf den Berg oder über die Berge zu begleiten ist gerade bei kleinen Gruppen und vor allem bei privaten Touren mit Einzelpersonen ein ganz besonders intensives Erlebnis. Ich plane, organisiere und begleite Teams in Firmen, Familien oder Einzel-/Privatpersonen in die Berge, an Flussläufe entlang, Streifzüge durch die Natur oder auch Fernwanderwege. Die Vielfalt ist grenzenlos – aber es findet sich für wirklich JEDEN eine erlebnisreiche Tour.

2. Wie bist Du zu Deiner jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Deiner ursprünglichen Ausbildung?

Schon seit meiner frühen Kindheit an war ich mit der Natur verbunden, habe mich in Wald, Feld und Flur wohl und zuhause gefühlt. Ich bin in einem behüteten Mehrgenerationen-Haus aufgewachsen und habe schon von klein auf das Naturwissen meiner Großmutter aufgesogen.

Aber zunächst führte mich mein Weg in die Medienbranche. Zuletzt war ich im Digitalen Marketing der ProSiebenSat1 Media SE im Sektor Sport für Produktentwicklung und Strategie verantwortlich. Zwanzig Jahre mit zehn bis fünfzehn Stunden Tagen, Wochenenden in Stadien und Sport-Arenen. Natur war, wenn überhaupt nur an einzelnen Wochenenden möglich.

Und dann kamen die gesundheitlichen Einschränkungen, die ich nicht mehr ignorieren konnte und mich immer häufiger massiv beeinträchtigt haben. Nach einer kleinen Auszeit habe ich eine Entscheidung für mich draußen in der Natur entschlossen. Zugegeben kein ganz leichter Schritt, da ich meinen Job sehr gerne gemacht habe. Aber der einzig Richtige! Es ist tatsächlich nicht nur ein neuer Job – es ist meine Berufung.

3. Würdest Du die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Du nochmal vor der Wahl stündest?

Ich denke schon. Sicherlich gibt es manchmal Gedanken wie „hätte ich damals doch lieber eine Schreiner-Lehre gemacht“ oder, oder, oder…

Aber bekanntlich gibt es für jede Entscheidung auch einen guten Grund. Manchmal weiß man es schon vorher – aber spätestens weiß man es immer im Nachhinein. Ich bin sehr dankbar über meine Marketing-Erfahrung in der Medienbranche, da mir diese gerade heute in meinem Beruf jeden Tag hilfreich ist. Zudem habe ich viele interessante Menschen kennengelernt, spannende Erlebnisse gehabt und vor allem Freundschaften geschlossen, die ich nicht missen möchte.

4. Was inspiriert Dich im Job am meisten?

Alles. Wirklich! Es sind die unterschiedlichen Tätigkeiten. Ob Bürotage, Locationscouting, meine Touren, neue Workshops entwickeln, Gesundheitstrainings, Resilienzkurse, das Marketing, PR-Projekte, es ist der Mix der es ausmacht.

Auch in der Medienbranche hatte ich mit den verschiedensten Menschen zu tun, aber heute sind es zusätzliche noch unterschiedliche Berufsgruppen, Menschen aus anderen Ländern, aus anderen Kulturen. Viele bringen ihre eigenen Geschichten mit. Positive und Erfreuliche, aber auch Erlebnisse, die ein intensives NaturCoaching und eine Persönlichkeitsarbeit erfordern. All diese Unterschiede – sei es auf beruflicher oder persönlicher Ebene – machen es für mich aus, dass ich mich jeden Tag auf´s Neue inspiriert fühle.

Und dann freue ich mich jedes Mal, wenn ich sehe wie ich den Menschen die Natur um uns herum oder in den Bergen näherbringen kann. Wie sich ihre Mimik im Laufe des Kurses oder im Laufe des Tages verändern und ich bis jetzt am Ende wirklich jeden mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht verabschiedet habe. Ja, es freut mich und es berührt mich gleichzeitig.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Du bisher getan hast?

Im Job? Es gibt tatsächlich sehr außergewöhnliche Persönlichkeitsbilder. Und auch wenn man immer denkt, man hätte schon alles erlebt, gibt es doch immer wieder Geschichten, die mich sehr verwundern. Konkrete Schicksale möchte ich aufgrund der engen Vertrauensbasis mit meinen Kunden und Klienten nicht veröffentlichen.

Privat? Ich habe letztes Jahr in Nicaragua frisch geschlüpfte Wasserschildkröten bei ihrer Wanderung ins offene Meer begleitet. Ein unvergessliches Erlebnis!

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Dein Tipp für die Mittagspause?

Das ist schon fast eine Lieblingsfrage von mir 🙂 .

Ein leichtes Mittagessen abseits vom Schreibtisch, ohne Smartphone und danach RAUS in die Natur. In einer Stunde wirklich zu schaffen. Gerade wir hier in Deutschland und erst recht in München haben mindestens ein kleines Stückchen Natur in unmittelbaren Nähe. Sei es nur eine kleine Grünfläche mit einem Baum. Einfach um den Block gehen, danach kurz innehalten und zumindest einmal bewusst durchatmen. Zugegeben, das habe ich in meinem Job in der Medienbranche viel zu selten gemacht und kann es heute absolut empfehlen. Man kommt viel klarer und mit frischer Energie zurück an den Arbeitsplatz.

Dafür biete ich in Firmen eine Seminar-Reihe an: „Auch Powermenschen brauchen eine Pause“ Hier lernen wir (wieder) die Mittagspause auch wirklich zum Kraft-Tanken zu nutzen.

www.irmibaumann.de