5 ½ Fragen an Silke Hallström

Nachdem ich das Netzwerken liebe und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei Silke Hallström, die heute Rede und Antwort steht (danke an Dominik Hofmann für die Empfehlung).

Silke Hallström arbeitet mit ihren Kunden rakt fram und das Ergebnis ist lagom. Alles klar? Wer wissen möchte was das bedeutet, findet die Antwort in den folgenden 5 ½ Fragen.

Viel Spaß beim Lesen!

 1. Was tun Sie und wie lange gibt es Ihr Unternehmen schon?

Ich mache Menschen sichtbar und gestalte ihre Kommunikation und Kundenbeziehungen ganz individuell mit Herz und Verstand auf eine schwedische Art.

Das bedeutet, dass ich gemeinsam mit meinen Kunden rakt fram (schwedisch für geradeaus) ihr eigenes, klares Kommunikationsprofil entwickele, so dass sie auf dem Markt unverwechselbar und nachhaltig agieren können. Das kann klassische Pressearbeit sein oder die Entwicklung eines ganzheitlichen Kommunikationskonzepts. Egal was die Wünsche und Vorstellungen meiner Kunden sind: die Basis sind immer ihre eigenen Unternehmenswerte und -ziele. Dafür arbeite ich mit einem Netzwerk aus Kommunikations-, Design- und Internetprofis zusammen.

Diese Art zu Arbeiten ist für beide Seiten die transparenteste, effektivste und fairste und das Ergebnis ist dabei immer lagom (schwedisch für genau richtig). Man findet mehr zu mir und meiner Arbeitsweise unter www.silkehallstroem.de.

2. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Ihrer ursprünglichen Ausbildung?

Ich habe meine Tätigkeit ganz klassisch gelernt, studiert und erarbeitet.

Aufgewachsen in einem Dorf in der Lüneburger Heide, bin ich nach dem Abitur ins Tor zur Welt, nach Hamburg, gezogen. Dort habe ich zuerst ein Praktikum in einer Werbeagentur gemacht und mich dann für eine Ausbildung zur Werbekauffrau entschieden. Die Werbewelt war glitzernd aber auch hart und ich habe sie geliebt. Hier merkte ich, dass meine Stärken in der Kommunikation und des Kontaktens liegen.

Da ich in diesen Bereich gern tiefer einsteigen und mich weiter qualifizieren wollte, bin ich nach Leipzig gezogen und habe dort, an dem damals einzigen Lehrstuhl für Public Relations, Kommunikation- und Medienwissenschaft studiert mit meinen weiteren Leidenschaften Kultur- und Theaterwissenschaft.

Anschließend war ich 15 Jahre lang in verschiedenen Unternehmen in unterschiedlichen Städten im In- und Ausland mit Kommunikation und PR tätig. Dabei führte mich mein Weg auch nach Schweden und ich habe dort nicht nur den Mann meines Lebens getroffen, sondern auch eine geradlinige und klare Kommunikations- und Arbeitsweise kennen gelernt. Mit all diesem Wissen und den Erfahrungen habe ich mich dann selbstständig gemacht.

Und da ich ein freiheitsliebender und neugieriger Mensch bin, arbeite ich jetzt genau das was ich liebe, in genau dem Rahmen, der meinen Werten entspricht. Und es ist weiterhin ausbaufähig.

3. Würden Sie die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Sie nochmal vor der Wahl stünden?

Wenn jemand eine breitgefächerte, grundsolide und theoretisch fundierte Ausbildung im PR-Bereich sucht, ist er mit einem Hochschulstudium gut beraten. Für mich war es genau die Art und Tiefe die ich suchte und das, was ich jederzeit wieder machen würde. Aber ich würde keine zwei Nebenfächer mehr dazu wählen. Das hat mich sehr beansprucht. Wahrscheinlich hätte ich mich heute für Psychologie als zweites Hauptfach entschieden. Die beiden Fächer greifen ineinander und ergänzen sich im Hinblick auf Strategie und Lösung und sind in einigen Bereichen artverwandt.

Ich finde sogar, dass kommunikative Methoden nicht ohne psychische Faktoren verstanden werden können und habe deshalb vor drei Jahren eine zertifizierte Weiterbildung zum Coach/Psychologischen Berater gemacht. So kann ich kommunikative Herausforderungen tiefgreifender analysieren und meinen Kunden über die gängige PR hinaus eine wirklich ganzheitliche Lösung anbieten.

4. Was inspiriert Sie im Job am meisten?

Ich mag die Frische des Neuanfangs und die ganz unterschiedlichen Anliegen und Arbeitsbereiche meiner Kunden.

Während manche Menschen eine Krise kriegen, wenn sie vor einem leeren Blatt sitzen, ist es für mich eine Spielfläche der Möglichkeiten. Hier kann alles entstehen. Zu jedem Problem finden wir eine Lösung. Ich mag die Tiefe, die es benötigt um das herauszufinden und die Freiheit, die typischen Wege zu verlassen. Eine Website ist zügig gestaltet, eine PR-Mitteilung ist schnell geschrieben. Doch es ist jeweils nur der Einsatz eines punktuellen Instruments, das unterstützend zu dem führen kann, was PR eigentlich zum Ziel hat. Und das sind Beziehungsaufbau, Vertrauensbildung und Information. Nur so wirkt Kommunikation langfristig und nachhaltig mit Erfolg. Das wird oft vergessen. Aber nach einem ersten ausführlichen Gespräch komme ich ziemlich schnell gemeinsam mit dem Kunden auf erste Ideen, wie eine bestmögliche Kommunikation aussehen kann und welche Methoden für die Ziele benötigt werden.

Aber dies, und das darf nicht vergessen werden, erfordert ein gewisses Maß an Offenheit des Kunden und eine Bereitschaft zur Veränderung. Dann ist alles möglich.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Sie bisher getan haben?

Die intensivste, schönste, ungewöhnlichste und nachhaltigste Erfahrung, die ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe, war unser Familien- Sabbatical, bevor die Kinder in die Schule kamen.

Wir sind ein halbes Jahr durch sechs Staaten der USA und nach Hawaii gereist und einmal quer durch Kanada. Dabei haben wir so viel gemeinsam erlebt, gesehen und kennen gelernt, dass diese Erfahrungen sehr viel mein tägliches Dasein bereichern.

Über unsere Reise halte ich daher für jeden Interessierten einen Vortrag in jedem Semester an der MVHS. Bei Interesse kann ich ihn auch jederzeit gern woanders halten. Ich wünsche jedem, dass er den Mut findet, sich eine Auszeit zu nehmen. Dabei muss eine Alltagsauszeit auch kein halbes Jahr sein. Es reicht oftmals auch bereits eine Woche.

Letztes Jahr waren wir mit unseren Kindern in den Fjällen von Nordschweden wandern. In einer Woche sind wir 85 Kilometer gegangen, jeweils von Hütte zu Hütte, ohne fließendes Wasser, Strom oder Internet. Das ist eine intensive Erfahrung, Achtsamkeit pur und reines digitales Detox. So eine Wanderung kann ich auch nur empfehlen. Im Sommer werden wir mit Freunden und Kindern in Lappland wieder eine Tour machen.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Ihr Tipp für die Mittagspause?

Der Viktualienmarkt. Er ist etwas verschrien als Touristenfalle. Ein wenig zu Unrecht, finde ich. Denn er bietet gerade auch für die Mittagspause eine solche Fülle an Essensmöglichkeiten und ist genau das Richtige für jemanden, der sich gern spontan entscheidet. Jeder findet hier das Passende zu seinem Appetit an einem anderen Stand. Ein Falafel oder ein italienisches Sandwich, dazu ein frisch gepresster Saft und ein Kaffee. Das sind meine Favoriten.

www.silkehallstroem.de