5 ½ Fragen an Claudia Schulte

Nachdem ich das Netzwerken liebe und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei Claudia Schulte, die heute Rede und Antwort steht (danke an Florian Beier für die Empfehlung).

Wie kommt man vom Berufswunsch Ethnologin zum Beruf der Physiotherapeutin? Und wie geht es dann weiter zum Businesscoach? Verschlungene Wege sind die spannendstens, also freuen wir uns auf das, was uns Claudia Schulte zu erzählen hat.

Viel Spaß beim Lesen!

 1. Was tust Du und wie lange gibt es Dein Unternehmen schon?

Seit über zehn Jahren arbeite ich als Gründungs- und Unternehmensberaterin, doch in der ersten Zeit war ich nur freie Mitarbeiterin verschiedener Consultings.

Damals bin ich mitsamt meinem Netzwerk so schnell gewachsen, dass mir für die Entwicklung eines eigenen Marktauftritts als Businesscoach keine Zeit zur Verfügung stand. Als ich mich bei der KfW für das Gründercoaching Deutschland akkreditiert habe, war ich mehr mit der Auftragsabwicklung beschäftigt als mit meinem Unternehmenskonzept.

Doch Anfang 2014 ist es mir dann gelungen, eine eigene Corporate Identity zu erarbeiten und sie dann auch konsequent umzusetzen. Inzwischen bin ich akkreditierte Beraterin beim Bundesministerium für Wirtschaft und decke alle staatlichen Förderprogramme ab, die es derzeit im Beratungsbereich gibt.

Aus meinem ursprünglichen Unternehmen Wege M.I.T. Kraft® ǀ BUSINESS & BEWUSSTSEIN wurde im letzten Sommer dann Claudia Schulte ǀ Marketing-Wege M.I.T. Kraft®.

2. Wie bist Du zu Deiner jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Deiner ursprünglichen Ausbildung?

Ich bin schon mein Leben lang selbständig, das heißt ich war noch nie länger als einige Monate fest angestellt.

Mit achtzehn Jahren hatte ich den großen Wunsch, mit meinen Händen zu heilen und ich wollte mit möglichst geringem Zeitaufwand möglichst viel Geld verdienen. Also wurde ich Physiotherapeutin mit eigener Praxis für Privatpatienten, das war damals ein gut bezahlter Job. Die Privaten Krankenkassen waren großzügiger als heute und ich konnte einstündige Behandlungen anbieten, die ganzheitlich ausgerichtet waren. So habe ich Tiefenmassagen mit Entspannungsarbeit, Reiki, Fußreflexzonen- und Bachblütentherapie verbunden, das war ab Mai 1989 – meine Praxis lief gut und es hätte gern so weitergehen können, doch eine chronische Fingergelenksarthrose hat mir das Bein gestellt.

Ich habe dann aufgrund meiner Berufskrankheit an der BOS das Abitur nachgeholt und auf dem zweiten Bildungsweg an der LMU in München Wirtschaftspädagogik und Geisteswissenschaften studiert. Ich komme also aus dem Heilberuf und arbeite jetzt im wirtschaftlichen Bereich, viele Menschen gehen den umgekehrten Weg.

3. Würdest Du die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Du nochmal vor der Wahl stündest?

Am allerliebsten wäre ich Ethnologin geworden, wenn das nicht ein so brotloses Vorhaben wäre. Ich interessiere mich brennend für fremde Kulturen und Religionen, war viel auf Reisen und im Ausland immer gern allein unterwegs. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich auch wieder Fotografieren und Bücher schreiben. Ich habe immer Leute bewundert, die mit Bildreportagen, zum Beispiel für National Geographic, ihre Auslandsreisen finanzieren.

Zum bodenständigen Geldverdienen würde ich mich auch heute vermutlich im Gesundheitssektor niederlassen und mir von Anfang an eine Methode aneignen, die körperlich weniger anstrengend ist. Zum Ende meines Studiums habe ich mich intensiv mit der Frage nach meiner Berufung auseinandergesetzt – wie das im Leben so ist, bin ich über diesen Weg Businesscoach geworden und bezeichnenderweise betreue ich viele Mandanten, die sich im Gesundheitsbereich niederlassen wollen oder dort bereits angesiedelt sind.

Nachdem ich keine Kinder habe, war es mir wichtig, eine berufliche Neuausrichtig zu finden, mit der ich bis ins hohe Alter mit Menschen arbeiten und mich dabei immer weiter entwickeln kann. Ich denke, das ist mir gelungen.

4. Was inspiriert Dich im Job am meisten?

Es macht mich zufrieden, Menschen wachsen zu sehen, diesen Prozess begleiten zu dürfen und anderen zum Erfolg zu verhelfen. Wenn dabei ein vertrauensvolles Miteinander entsteht und mein Gegenüber sich öffnet, erfüllt mich meine Arbeit am meisten. Es kommen viele Frauen zu mir und ich freue mich immer ganz besonders, wenn wir auch auf der seelischen Ebene etwas bewegen und die Bewusstseinsarbeit mit ins Spiel kommt.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Du bisher getan hast?

Zwischen meinem Abitur und Studium auf dem zweiten Bildungsweg bin ich „ausgestiegen“, habe zwei Jahre ohne Wohnung gelebt und mich auf Reisen begeben. Zuerst war ich in Brasilien und Westafrika, später während der Semesterferien bin ich auch nach Indien, Südostasien und Neuseeland gereist.

Es war ganz wundervoll, mir diesen Lebenstraum zu erfüllen und im Alleingang die totale Freiheit zu genießen. Diese Zeit ist so lebendig in mir, ich möchte sie nicht vermissen.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Dein Tipp für die Mittagspause?

Ein ruhiges Plätzchen suchen und 10-15 Minuten mit geschlossenen Augen bewusst und tief atmen, dabei spüren wie die Luft kühl zur Nase einströmt und warm wieder aus. Wer das über einen längeren Zeitraum täglich und konzentriert macht, erreicht einen Zustand höherer Lebensqualität – entspannter, belastbarer und harmonischer im Hier und Jetzt.

www.wege-mit-kraft.de

Foto: Simone Naumann Fotografie