5 ½ Fragen an René Götz

Nachdem ich das Netzwerken liebe und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei René Götz, der heute Rede und Antwort steht (danke an Sabrina Lorenz für die Empfehlung).

Wer kennt sie nicht, die Münchner Hofflohmärkte? Sie sind ja inzwischen eine Institution in der Stadt. Heute lernen wir mit René Götz den kreativen Kopf hinter diesen Events kennen.

Viel Spaß beim Lesen!

 1. Was tun Sie und wie lange gibt es Ihr Unternehmen schon?

Ich bin ein großer Fan der Stadtviertel, der inhabergeführten Laden-Kultur und der aktiven Nachbarschaft. Vor fast 20 Jahren habe ich angefangen meine Begeisterung nach und nach zum Hauptberuf zu machen. Zum einen mit gedruckten Magazinen (z.B. Stadtfavoriten / Viertelfavoriten) und Online-Portalen für den lokalen Handel, zum anderen mit Aktionen und Initiativen wie die Hofflohmärkte oder die neuen Sonntagsgesellschaften. Die Hofflohmärkte sind dabei das größte und beliebteste Projekt. In diesem Jahr werden die Hofflohmärkte in über 30 Vierteln in München und insgesamt an 150 Terminen in ganz Deutschland von mir initiiert. Dazwischen organisiere ich Aktionstage für einzelne Viertel oder berate Interessensgemeinschaften um den lokalen und inhabergeführten Handel zu stärken.

2. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Ihrer ursprünglichen Ausbildung?

Als gelernter Kaufmann im Einzelhandel habe ich mir nach der Lehre eigenständig Grafik, Design Programmierung, Marketing und viele weitere kleine Bereich selbst beigebracht. Vor meiner Selbständigkeit war ich zeitweise federführend in Verlagen und Werbe-Agenturen tätig um mein Wissen zu erweitern. Dort konnte ich allerdings meine vielen – teilweise auch unkonventionellen – Ideen und Gedanken leider nicht richtig ausleben und bin deshalb in der Selbständigkeit und bei meiner eigenen Firma gelandet.

3. Würden Sie die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Sie nochmal vor der Wahl stünden?

Die kaufmännische Ausbildung war eigentlich nur „aus der Not“ heraus. Lieber hätte ich natürlich etwas im wirtschaftlichen oder kreativen Bereich studiert. Meiner Meinung nach kann man jedoch mit einer gesunden Portion Eigeninitiative viel und wenn nicht sogar mehr erreichen. Grundsätzlich finde ich Quereinsteiger/innen und Menschen, die „out of the Box“ denken, sehr interessant und spannend.

4. Was inspiriert Sie im Job am meisten?

Das Entwickeln neuer Ideen und die damit verbundenen Möglichkeiten und Kontakte. Zum Beispiel sind die neuen Sonntagsgesellschaften, wo Hausanwohner ihren eigenen Hof oder Garten kreativ und bunt „bespielen“, eine neuartige und gemeinschaftliche Idee um Nachbarn und Menschen wieder ein Stückchen besser zusammen zubringen. Das könnten im Viertel dann viele Inseln der Inspiration und der Gemeinschaft werden. Zudem finde ich kreative Kooperationen sehr erfrischend, z.B. mit dem weltweit größten sozialen Nachbarschaftsnetzwerk Nextdoor oder der Diakonia in München.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Sie bisher getan haben?

Wahrscheinlich dass ich die Begeisterung der Münchner Hofflohmärkte auf Köln, Stuttgart, Frankfurt, Dortmund, Hannover und anderen Städten und Gemeinden übertragen konnte. Die Internetseite www.hofflohmaerkte.de ist somit die größte Plattform für das Nachbarschaftsprojekt. Ich war ganz schön sprachlos, als bereits im dritten Jahr, z.B. in Köln – Ehrenfeld über 300 Höfe mit unzähligen Ständen mitgemacht haben. Diese Entwicklung finde ich natürlich großartig. Besonders weil ich quasi als „One Man Show“ und ohne Investor am Start bin und viele Menschen von meinen Ideen überzeugen kann und das in Zukunft auch möchte.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Ihr Tipp für die Mittagspause?

Ein feiner Snack z.B. im Kitchen2Soul, LeHank, Kaffeeküche, kosy*s oder im Café Lotti.

www.hofflohmaerkte.de / www.viertelfavoriten.de / www.sonntagsgesellschaften.de