5 ½ Fragen an Florian Beier

Nachdem ich das Netzwerken liebe und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei Florian Beier, der heute Rede und Antwort steht (danke an Sabrina Lorenz für die Empfehlung).

Gehörst Du zu den Menschen, die sich für nicht fotogen halten? Dann bist Du bei Florian Beier an der richtigen Adresse. Er ist genau auf diesen Fall spezialisiert und weit mehr als „nur“ Fotograf. Was das bedeutet? Erzählt er in den folgenden 5 ½ Fragen.

Viel Spaß beim Lesen!

 1. Was tust Du und wie lange gibt es Dein Unternehmen schon?

Ich habe mich vor 11 Jahren zusammen mit meinem besten Freund selbstständig gemacht.

Wir betreiben ein Fotostudio mit einer ganz besonderen Aufgabe: wir fotografieren Menschen, die sich selbst für nicht fotogen halten.

2. Wie bist Du zu Deiner jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Deiner ursprünglichen Ausbildung?

In grauer Vorzeit habe ich eine kaufmännische Ausbildung absolviert, die mir ja so gar nicht entsprach – irgendwann wollten wir etwas machen, in dem wir Sinn sahen und selbständig sein konnten.

Wir haben schon immer die verrücktesten künstlerischen Dinge gemacht und dachten uns: „So ein Fotograf zu sein ist bestimmt ein toller Job!“ Mittlerweile haben wir aber entdeckt, dass es um etwas ganz anderes geht – Fotos zu schießen ist eigentlich eine selbstverständliche Nebensache – bei uns geht es vielmehr darum, wie man richtig mit Menschen umgeht, um ihnen den Raum zu geben, dass sie sich selbst und dir vertrauen.

Mittlerweile bräuchte ich also eine neue Berufsbezeichnung, die das Coaching mit einbezieht – irgendwelche Ideen?

3. Würdest Du die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Du nochmal vor der Wahl stündest?

Wahrscheinlich würde ich mir mit meinem Wissen jetzt viel Zeit sparen! 🙂

Unser Konzept ist etwas völlig neues – da konnten wir leider nicht vorhandene Methoden aufgreifen und alles selbst mühsam ausprobieren. Eines steht nämlich fest: sobald du mit Menschen zu tun hast, gibt es kein Schema F.

Aber ja: all die Jahre der Entbehrung nach Beginn der Selbstständigkeit sind es wert – auch wenn du ziemlich lang zusehen musst, wie andere viel Geld verdienen und die Welt bereisen – man darf nicht vergessen: wenn du dein eigenes Ding machst, erschaffst du eine ganz eigene Welt und wenn du dann noch etwas Glück hast, wirst du deine Saat eines Tages ernten – ganz nach deiner Schnauze! Das ist unbezahlbar! 🙂

4. Was inspiriert Dich im Job am meisten?

Es ist immer wieder ein Gänsehautmoment, wenn dir Menschen, die von sich selbst ein Leben lang geglaubt haben, nicht fotogen zu sein und damit nicht hübsch/attraktiv/wertvoll (das kann alles der Subtext sein) – plötzlich sagen: „Das ist das beste Bild meines Lebens“ und wenn sie dann diese neue, zärtliche Sichtweise auf sich mit ihr Leben nehmen, kann sich alles verändern. Ich sag

das in meinen Vorträgen immer so: Man sieht sich durch die Augen von jemanden, der einen liebt. Und ist das nicht unser aller Ziel?

Und dabei ist dir völlig klar, dass mit Schönheit am allerwenigsten das Aussehen gemeint ist – es ist die Ausstrahlung und die Fähigkeit, sich in jeder Situation einfach wohler in deiner Haut zu fühlen – gepaart mit den mit Anteilen deines Wesens, die auf ein großes Herz schließen lassen.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Du bisher getan hast?

Es gibt unzählige wunderschöne Geschichten. Du lernst Menschen viel wirklicher kennen, wenn sie mit einem für sie sensiblen Thema zu dir kommen – ihre Ängste, Sehnsüchte, Träume.

Eine wunderschöne Situation war, als eine Frau von uns fotografiert werden wollte, die seit Jahren als Model vor der Kamera steht – sie hat viele, natürlich tolle Bilder von sich. Sie wollte Fotos von uns, weil sie wirklich sich selbst als Seelenmensch auf dem Bild haben wollte und nicht wieder das Model. Als ich sie coachte und fotografierte, verfiel sie am Anfang noch in den Model-Modus – durch eine sensible Annäherung und die richtigen Worte aber gelangte ich an ihren Kern… die Tränen flossen, vor Rührung, vor Glück und ich drückte auf den Auslöser.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Dein Tipp für die Mittagspause?

Ich mache irgendwie selten wirklich Mittagspause – aber wenn, dann muss ich mich als Frischluft-Mensch outen. Man findet mich auf einer Picknickdecke im Park, direkt bei meinem Studio – mal gucken ob ich es dieses Jahr zur Bräune schaffe!

Du möchtest Florian Beier kennenlernen? Dann melde Dich schnell zu seinem Vortrag am 11.4.18 mit dem Titel „Glück ist immer fotogen“ an: www.marekbeier.de

Oder stöbere im Blog auf www.marekbeier.de – viel Spaß!