5 ½ Fragen an Silvia Ziolkowski

Nachdem ich das Netzwerken liebe und und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei Claudia Kimich, die letztlich so nett war und Rede und Antwort gestanden hat (hier geht es zum Interview mit ihr).

Auf diese Weise habe ich Silvia Ziolkowski kennengelernt. Sie ist Zukunftsentwicklerin. Wie spannend!

Neugierig geworden? Dann viel Spaß beim Lesen!

 1. Was tun Sie und wie lange gibt es Ihr Unternehmen schon?

Vor mittlerweile fast 15 Jahren habe ich mich der Zukunftsentwicklung verschrieben und arbeite seitdem als Vortragsrednerin, Coach und Unternehmensbegleiterin. Bei meiner Arbeit helfe ich Menschen und Unternehmen, ihre Vorstellung einer gelungenen Zukunft (wieder) zu finden und begleite sie anschließend bei der Umsetzung. Es geht mir immer um den Beat in uns drin – eine Energie, die uns zum Leuchten und Gehen bringt, um genau das Leben zu leben, das wir uns wünschen und die Arbeit zu tun die uns erfüllt.

Desweiteren habe ich 2003, gemeinsam mit meinem Mann, die ArtVia net.consult gegründet, in der wir speziell für kleinere Unternehmen (5-50 Mitarbeiter) IT-Services und die Digitalisierung von Serviceleistungen anbieten.

2. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie ihrer ursprünglichen Ausbildung?

Dazu haben mehrere Etappen in meinem Leben geführt, die mich durchaus herausgefordert haben. Sie waren getragen von einer Sehnsucht, die ich heute mit den Worten: „Ich wollte über mich hinauswachsen und mich selbst überraschen“ bezeichnen würde. Und das ist eine Kraft die auch heute noch in mir wirkt und mich hoffentlich mein lebenslang begleitet.

Aber der Reihe nach:

Nach einem USA-Aufenthalt habe ich in einer kleinen IT-Firma ausgeholfen, während ich auf der Suche nach einem geeigneten Studium war. Die Energie und Vision des Gründers haben mich allerdings so fasziniert, dass ich beschlossen habe, lieber das Unternehmen mit aufzubauen und nebenbei Kommunikationswissenschaften mit dem Schwerpunkt Directmarekting und Public Relations zu studieren.

Es war unfassbar, was wir in wenigen Jahren geschafft haben. Wir waren mit Fleiß und Ausdauer unterwegs, aber auch mit viel Spaß und größenwahnsinnigen Ideen. Unser Motto: Mit der richtigen Frau, dem richtigen Mann am richtigen Platz schaffen wir alles. Und so war es. Innerhalb weniger Jahre gehörten wir zur Nummer 1 auf dem Markt, hatten 3.500 Kunden auf der ganzen Welt und 70 Mitarbeiter. Eine tolle Zeit, die geprägt war von Pionierarbeit, Aufbruchsstimmung und ganz viel Lernen: Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen – waren mehr als einmal dabei.

Und dann kam die Zeit, in der ich ganz oben auf der Karriereleiter angekommen bin: Ich war Vorstand des IT-Unternehmens, hatte ein tolles Gehalt mit allem, was dazu gehört. Und trotzdem: Ich habe mich nicht mehr gespürt. In dem Auf und Ab zwischen dem Kampf um den Kunden und dem Erfolg mit der richtigen Idee bin ich mir selbst verlorengegangen. Bis ich die Entscheidung treffen konnte, was ich als nächstes tun möchte, ging viel Zeit ins Land. Ein Coach hat mich letztendlich auf meinen Weg gebracht. Ich habe eine imaginäre Zeitreise gemacht und wusste danach genau, was ich will. Die Kraft einer Vision hat mich in diesem Moment einmal mehr fasziniert, so dass ich beschlossen habe, daraus mein Business zu machen.

3. Was haben Sie auf Ihrem Weg gelernt?

Ich habe vor allem gelernt, dass der Blick nach vorne immer lohnend ist und hilft sich nicht entmutigen zu lassen. Jeder der Schritte auf meinem Weg – wie wenig geradlinig er auch gewesen sein mag – war wichtig und wertvoll für mein persönliches Wachstum. So kann ich heute auch die Engpässe und Schwierigkeiten meiner Kunden gut nachvollziehen und sie bestmöglich unterstützen. Wichtig ist, zu wissen, wo man hinmöchte und eine Entscheidung zu treffen. Wer sein inneres Warum! kennt, arbeitet mit einer ganz anderen Leidenschaft an der Verwirklichung seiner Pläne.

4. Was inspiriert Sie im Job am meisten?

Eine interessante Frage, denn eigentlich ist es mein Job zu inspirieren. Aber natürlich entstehen großartige Wechselwirkungen bei der Begleitung meiner Klienten.

Ich liebe die Gestaltungsmöglichkeiten und die Vielfalt, die meine Aufgabe mir bietet: auf der Bühne stehen, Beraten, Coachen und trainieren, Bücher schreiben…

Und bei all dem Tun, die Freude und Dankbarkeit in mir zu spüren, dass ich damit Menschen inspirieren und anstecken kann, zum Zukunftsbauer für ihr eigenes großartiges Leben zu werden. Das inspiriert wiederum mich.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Sie bisher getan haben?

Als ich zwanzig Jahre alt war, beschloss ich, für ein Jahr als Au Pair nach Californien zu gehen. Das war damals schwierig und als ich in New York an der Passkontrolle angekommen bin, wurde ich prompt aufgehalten. Ich bin bei der Einwanderungsbehörde gelandet und der Inspektor dort wollte mich nicht einreisen lassen. Er wollte mich direkt wieder mit dem nächsten Flieger nach Hause schicken. Da wusste ich, dass ich mich für meinen Traum stark machen werde. In mir drin tauchte ein „No! I won´t go home!“ auf und ich spürte förmlich, wie mir meine Vision Flügel verlieh. Ich bin kämpferisch geworden und konnte letztendlich in den USA bleiben. Das hat mir nachhaltig zu innerer Stärke verholfen. Seit damals weiß ich: Es ist viel mehr möglich, als wir glauben und es passiert viel weniger, als wir befürchten.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Ihr Tipp für die Mittagspause?

Mein Tipp ist, sich vor allen Dingen die Mittagspause bewusst zu nehmen und nicht nebenbei noch zig Mails zu beantworten, sondern PAUSE zu machen, rauszugehen und zu genießen – und wenn es nur 30 Minuten sind.

Für eine positive Lebenseinstellung nehmen Sie täglich eine Frage mit in die Mittagspause, wie zum Beispiel: Was macht meinen Tag heute wunderbar? Das gibt auch Kraft und Motivation für die zweite Hälfte des Arbeitstages.