GbR oder GmbH – Welche Rechtsform ist richtig für mich?

Jeder Gründer steht vor der Aufgabe sich für die richtige Rechtsform zu entscheiden. Im Folgenden findest Du die Unterschiede von GmbH und GbR. Diese Übersicht soll Dir einen Überblick verschaffen, ersetzt aber auf keinen Fall den Gang zum Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer. Diese Experten beraten Dich umfassend und individuell zur Wahl der Rechtsform.

GbR – was ist das?

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) wird von zwei oder mehr Personen gebildet, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Eine „Ein-Mann-GbR“ gibt es nicht. Es ist kein Mindestkapital einzubringen und es ist weder eine notarielle Beurkundung noch eine Eintragung ins Handelsregister nötig. Die GbR kann ganz unkompliziert durch mündliche Vereinbarung gegründet werden. Grundsätzlich haftet die GbR mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Darüber hinaus haftet jeder Gesellschafter für Verbindlichkeiten der GbR mit seinem Privatvermögen.

Ein großer Vorteil der GbR ist die einfache steuerliche Handhabung. Die Gesellschafter können Entnahmen je nach Geschäftslage monatlich anpassen. Auch eine Eintragung ins Handelsregister ist nicht nötig. Zudem ist die Gründung der GbR kostengünstiger, da weder Notar- noch Gerichtskosten anfallen.

Das klingt doch alles ganz unkompliziert. Warum sollte man sich also gegen eine GbR entscheiden? Wie oben bereits erwähnt ist jeder Gesellschafter voll haftbar – auch mit seinem Privatvermögen. Zudem ist für jedes Geschäft die Zustimmung aller Gesellschafter erforderlich. Das gilt auch für die Übertragung der Beteiligung. Die Anteile einer GmbH lassen sich demgegenüber frei veräußern oder vererben. Womit wir bei der GmbH angelangt sind.

GmbH – was ist das?

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) kann von einem Einzelnen oder mehreren Personen gegründet werden. Das Mindeststammkapital liegt bei 25.000 Euro und kann in Geld oder Sachwerten (z.B. Haus, Grundstück) eingebracht werden. Die GmbH wird notariell beurkundet und in das Handelsregister des zuständigen Amtsgerichts eingetragen. Interessenten können sich im elektronischen Bundesanzeiger den dort veröffentlichten Jahresabschluss ansehen.

Der offensichtlichste Vorteil der GmbH ist die auf das Gesellschaftskapital beschränkte Haftung. Das persönliche Vermögen der Gesellschafter bleibt unberührt. Die notarielle Beurkundung und die Eintragung ins Handelsregister schaffen dazu Vertrauen bei den Geschäftspartnern.

Diesen Vorteilen steht allerdings auch ein erhöhter Aufwand gegenüber. So muss jährlich eine Bilanz erstellt werden (bei der GbR ist das erst ab einem bestimmten Umsatz und Gewinn zwingend). Wegen der Beschränkung der Haftung werden GmbHs (und UGs) oft argwöhnisch betrachtet. So fordern Banken bei der Aufnahme von Darlehen oft die persönliche Haftung der Gesellschafter und des Geschäftsführers.

Und was nun?

Du siehst, dass es eine Menge Für und Wieder bei der Entscheidungsfindung gibt. Unsere Aufstellung kann Dir lediglich einen ersten Überblick ermöglichen, damit Du Dir vor dem Gang zum Steuerberater schon ein paar Gedanken machen kannst.

Solltest Du noch keinen Steuerberater haben, melde Dich doch bei uns. Wir empfehlen Dir gerne einen Steuerberater aus unserem Netzwerk. Steuerberater gehören, genau wie Friseure und Zahnärzte, zur Gruppe der Dienstleistern, die man ungern im Branchenbuch sucht. Eine persönliche Empfehlung ist daher für die meisten Menschen der sympathischere Weg.

Die Informationen dieses Blogbeitrags sind folgenden Webseiten entnommen:

Wikipedia: GmbH

Wikipedia: GbR

N-TV Ratgeber

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