5 ½ Fragen an Doreen Jedersberger

Nachdem ich das Netzwerken liebe und und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei Nicole Sennewald, die letztlich so nett war und Rede und Antwort gestanden hat (hier geht es zum Interview mit ihr).

Auf diese Weise habe ich Doreen Jedersberger kennengelernt. Sie betreibt ein Internetportal, das Eltern eine Übersicht über Veranstaltungen für Kinder in Erfurt gibt (inkl. Geheimtipps). Warum und wie sie den Schritt vom Beamtenstatus in die Selbständigkeit gewagt hat, erzählt sie in den folgenden 5 ½ Fragen.

Neugierig geworden? Dann viel Spaß beim Lesen!

1. Was tun Sie und wie lange gibt es Ihr Unternehmen schon?

Im bin Herausgeberin und Redakteurin des Internetportals Kinder in Erfurt, das am 1. Juni 2014, also pünktlich zum Kindertag, online gegangen ist. Viele Erfurter Akteure bieten für kleine oder größere Kinder eine Vielzahl von Aktivitäten aller Couleur. Meine Idee war und ist es, all das, was in unserer Region für Kinder & Familien angeboten wird, besser sichtbar zu machen. Jeder Anbieter nutzt seine individuelle Form der Kommunikation um seine Projekte, Veranstaltungen, Workshops oder Aktionen zu bewerben. Bei der Vielfalt der Angebote ist es daher oft schwierig, einen Überblick zu erhalten. Ich bündele alles und bereite es attraktiv auf. Meine Stadt ist eine sehr kinder- und familienfreundliche Stadt und genau das zeige ich. Mittlerweile verfüge ich über ein gutes Netzwerk, so dass ich immer genau weiß, wo und wann etwas los ist inklusive Geheimtipps. Heute bedaure ich, dass ich zu lange gewartet habe, diese Idee umzusetzen, aber alles hat eben seine Zeit.

2. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Ihrer ursprünglichen Ausbildung?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe als Beamtin und Angestellte lange Zeit im Öffentlichen Dienst gearbeitet, meistens als Pressesprecherin oder Mitarbeiterin einer Pressestelle. Irgendwann wurde mir der Öffentliche Dienst zu eng und ich habe gekündigt, aus heutiger Sicht eine gute Entscheidung. Gedanklich hatte ich die Idee, eine solche Website aufzubauen, schon ziemlich lange, insbesondere durch die Bedürfnisse meiner eigenen Familie. Aber es dauerte noch, bis ich meine Idee tatsächlich umgesetzt habe. Es bedurfte einiges an Wissen, Mut und natürlich Geld, um mein Projekt Wirklichkeit werden zu lassen.

3. Würden Sie die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Sie nochmal vor der Wahl stünden?

Das ist eine schwierige Frage. Ich bin ja gelernte Verwaltungsbeamtin. Mit dem Wissen von heute würde ich auf keinen Fall noch mal diese Ausbildung machen. Allerdings habe ich durch diese Ausbildung viele Stationen in meinem Berufsleben durchlaufen, habe extrem viel gelernt und Menschen kennengelernt, die bis heute Teil meines Lebens sind. Vielleicht habe ich durch diese Ausbildung und die Erfahrungen im Berufsleben auch erst das Rüstzeug und die notwendige Erkenntnis gewonnen, etwas anderes machen zu müssen und stehe heute deshalb dort wo ich bin.

4. Was inspiriert Sie im Job am meisten?

Neben der Website arbeite ich noch als Kinderstadtführerin in Erfurt. Der Blick aus Kinderaugen heraus, diese nie enden wollenden Fragen nach dem Wieso, Weshalb, Warum und die unvoreingenommene und ehrliche Art der Kinder sind eine große Inspiration für mich.
Seit einiger Zeit arbeite ich zudem einmal wöchentlich im KrämerLoft Coworking Space. Auch dort treffe ich jede Menge Leute, die mir einen interessanten Blick auf bestimmte Themen geben, die ich in meine Arbeit einfließen lassen kann.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Sie bisher getan haben?

Dass ich vor ein paar Jahren zu meinem Chef gegangen bin und ihm mitgeteilt habe, dass ich kündige. Er war völlig perplex. Als ich aus seinem Zimmer kam, habe ich nur gedacht, meine Güte was habe ich getan. Ich weiß nicht, ob das außergewöhnlich ist, aber auf alle Fälle war es sehr aufregend, denn es war ein großer Wendepunkt in meinem Leben. Ich habe alles „über Bord geworfen“ und hatte keinen genauen Plan, wie es weitergehen sollte.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Ihr Tipp für die Mittagspause?

Sich einfach mal vom Rechner loseisen und rausgehen. Wenn ich mittags in der Stadt bin, ist es schön eine Kleinigkeit zu essen und einen Platz zu suchen, an dem man das Treiben in der Stadt beobachten kann. Ein absolutes Highlight ist das Treffen mit Freunden und Familie in der Mittagszeit, aber das passiert leider viel zu selten.

 

Foto: Fotografin Konstanze Wutschig www.kw-fotografin.