5 ½ Fragen an Alexander Anifandakis

Nachdem ich das Netzwerken liebe und und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei Simone Brückner, die letztlich so nett war und Rede und Antwort gestanden hat (hier geht es zum Interview mit ihr).

Auf diese Weise habe ich Alexander Anifandakis kennengelernt. Er betreibt eine Kommunikationsagentur und tut tatsächlich noch heute das, was er ursprünglich gelernt hat mit Leidenschaft.

Neugierig geworden? Dann viel Spaß beim Lesen!

 1. Was tun Sie und wie lange gibt es Ihr Unternehmen schon?

Mein Unternehmen gibt es schon seit 2013, als GmbH seit 2015. BRIDGE ist eine Kommunikationsagentur. Wir machen Unternehmensthemen kundentauglich. Auf Basis eines detaillierten Briefing-Gespräches mit unseren Kunden, entwickelt BRIDGE  individuelle Kommunikationskonzepte, arbeitet den Markenkern des Unternehmens heraus und sorgt im Anschluss für spannende, unterhaltende und erklärende Inhalte – daher „Content Marketing“. Inhalte können Videos sein, Fachartikel, Präsentationen, Blogbeiträge, Website-Texte oder ähnliches.

Basis ist jedoch immer ein Gespräch mit dem Kunden, eine Bestandsanalyse sozusagen, um herauszufinden: Ist das Leistungsportfolio noch aktuell? Werden die richtigen Zielgruppen angesprochen? Was sind die Nutzenvorteile der Kunden? Was ist die Kernbotschaft? Wie positioniert sich das Unternehmen? Was ist der Markenkern? Ist er klar, differenzierend und emotional aufgeladen? Erst dann ist es möglich, auf Basis dieser Erkenntnisse eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln und mit geeigneten Content Marketing-Maßnahmen umzusetzen.

2. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Ihrer ursprünglichen Ausbildung?

Walt Disney sagte einmal: „If you can dream it, you can do it“. Der berühmteste Satz von Martin Luther King war: „I have a dream“. Carl und Berta Benz träumten von Kutschen ohne Pferden, Henry Ford wollte, dass jeder Arbeitnehmer sich ein Auto leisten kann. Alle diese großen Persönlichkeiten haben eines gemeinsam: sie hatten eine Vision. Visionen geben uns Kraft. Sie schaffen (Zukunfts-)Bilder in unserem Kopf von dem, was wir einmal sein oder erreichen wollen. Diese Bilder inspirieren, motivieren und begeistern uns. Sie geben uns Kraft und Antrieb.

Jeder Mensch sollte eine Vision haben und je besser sie sich gedanklich bebildern lässt, desto einfacher wird es sein, andere davon zu überzeugen und sie Realität werden zu lassen. Auch ich habe eine Vision. Ich will Brückenbauer werden. Ich will Brücken bauen, aber nicht aus Stein, sondern mit Worten und Bildern. Ich möchte Unternehmern dabei helfen mit Geschichten ihre Beziehungen zu ihren Kunden, Partnern sowie Mitarbeitern zu stärken. Mit Geschichten möchte ich Menschen und Kulturen einander näher bringen. Und so bin ich in der Mitte meines Lebens meiner Vision gefolgt und habe aus meiner Leidenschaft für das Schreiben und meiner Liebe zum Menschen heraus die Agentur BRIDGE gegründet.

Meine jetzige Tätigkeit entspricht meiner ursprünglichen Ausbildung. Ich habe an den Universitäten Augsburg und Tübingen BWL studiert, mit den Schwerpunkten Marketing und Psychologie. Mein Studium war – und ist es bis heute noch – die Basis für alles, was ich früher als leitender Angestellter in der Industrie getan habe und heute als selbstständiger Unternehmer mache.

3. Würden Sie die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Sie nochmal vor der Wahl stünden?

Ja, auf jeden Fall. Ich würde aber noch ein Studium der Architektur dranhängen. Ich bin ein durch und durch kreativer Mensch. Das Entwerfen von Häusern ist genauso eine Leidenschaft von mir, wie das Schreiben. Ich habe es mir z.B. nicht nehmen lassen mein Haus in Griechenland selbst zu entwerfen. Natürlich hat ein Architekt nochmal geprüft, das alles passt und stabil ist, aber die Grundidee ist von mir J

4. Was inspiriert Sie im Job am meisten?

Der Zufall! So seltsam das klingen mag, aber der Zufall ist bei mir erfahrungsgemäß der Pate von Eingebungen. Meine Ideen schleichen sich ein beim Lesen, beim Spazieren gehen, beim Einkaufen, auf dem Spielplatz, beim Staubsaugen, nachts beim Einschlafen…  Wenn ich dann durch einen zufälligen Einfall den Helden meiner Geschichte identifiziert oder eine Textidee entwickelt habe, notiere ich sie mir sofort, entweder auf einem Blatt Papier (das übrigens immer neben meinem Bett liegt), oder tippe sie schnell ins Handy ein, wenn ich unterwegs bin. Ich habe in den letzten Jahren meine Wahrnehmung erheblich geschärft, indem ich etwas bewusst sehe oder höre.

Ich bevorzuge es, meine Kunden nicht in einem Büro zu treffen, sondern viel lieber beim Kaffee oder in der freien Natur. Das wirkt auch auf sie sehr inspirierend. Dann lasse ich sie reden und höre ihnen sehr aufmerksam zu. Meistens, wenn sie von ihren Erfahrungen erzählen, bisweilen auch von ihrer Kindheit und Erinnerungen aufkommen lassen, liegt für mich oft die zündende Idee in einem Nebensatz. Das Schöne ist, dass es jedes Mal unerwartet kommt und immer an einer anderen Stelle.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Sie bisher getan haben?

Als Teenager war ich Leistungssportler im Taekwondo und war der Jüngste Träger eines schwarzen Gürtels in Bayern 🙂

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Ihr Tipp für die Mittagspause?

Ich habe keinen Tipp für einen bestimmten Griechen oder Vietnamesen…. Ich lasse Mittags normalerweise den Stift fallen und mache etwas komplett arbeitsfernes. Ich gehe raus an die frische Luft und mache einen Spaziergang. Raschelnde Herbstblätter unter den Füßen können sehr inspirierend sein. Wenn das Wetter nicht danach ist, höre ich Musik oder nehme  doch wieder einen Stift in die Hand und zeichne.