5 ½ Fragen an Nicole Sennewald & Bianca Schön-Ott

Nachdem ich das Netzwerken liebe und und immer neugierig auf spannende neue Kontakte bin, bitte ich meine Gesprächspartner von „5 ½ Fragen an…“ gerne um Empfehlungen für das nächste Interview. So auch geschehen bei Doris Schuppe, die letztlich so nett war und Rede und Antwort gestanden hat (hier geht es zum Interview mit ihr).

Ganz im Sinne der Vernetzung innerhalb der Coworking-Szene, schlug sie mir zwei Space-Betreiberinnen aus Erfurt vor. Nicole Sennewald und Bianca Schön-Ott betreiben dort das KrämerLoft, einen Coworking-Space, der umfassende Angebote für Selbständige, Freelancer und Startups hat. Nicht zu vergessen das Spielzimmer mit professioneller Betreuung auf Wunsch – toll!

Neugierig geworden? Dann viel Spaß beim Lesen!

1. Was tut Ihr und wie lange gibt es Euer Unternehmen schon?

Nicole: Uns gibt es offiziell seit Ende letzten Jahres. Da haben wir gemeinsam beschlossen unsere Idee eines Coworkingspaces in einem leer stehenden Gebäude wahr zu machen. Wir haben kernsaniert, gestaltet und im Februar 2017 eröffnet. Seitdem betreiben wir das KrämerLoft in Erfurt mit dem Ziel Menschen aus verschiedenen Branchen einen Platz und Raum zu geben, nicht einfach nur zum Arbeiten, sondern auch um sich auszuprobieren und zu wachsen. Dazu kann man bei uns Büros, Arbeitsplätze oder auch Meetingräume buchen.

Bianca: Weil wir überzeugt davon sind, dass man Familie und Beruf am besten unter eine Hut bekommt, wenn man beides vorher nicht extra auseinandernimmt, sind bei uns auch Kinder und andere Verwandte und Freunde immer herzlich willkommen.

2. Wie seid Ihr zu Eurer jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Eurer ursprünglichen Ausbildung?

Bianca: Wir haben beide Wirtschaft studiert und dann ziemlich unterschiedliche berufliche Wege eingeschlagen. Bei Nicole führte das letztendlich zur freiberuflichen Tätigkeit und bei mir zu dem Wunsch nochmal die Richtung zu wechseln und etwas Neues auszuprobieren.

Nicole: Und weil mir zuhause dann einfach andere Einflüsse und Interaktion gefehlt haben, kam ich auf die Idee mit dem Coworkingspace. So, wie ich es mir vorgestellt habe, gab es das in Erfurt und Umgebung nicht und ich entschloss mich dazu, eines zu gründen. Kurz danach habe ich dann auch Bianca kennen gelernt, die sofort begeistert mitmachen wollte.

Bianca: Die Tatsache, dass wir unterschiedliche Erfahrungen im Leben gesammelt haben und häufig verschiedene Sichtweisen haben, bringt uns so viele Punkte, an denen wir uns ergänzen. Das hat vermutlich wenig mit unserer Ausbildung zu tun, aber da diese doch recht ähnlich war, haben wir eine ähnliche Basis – das hilft.

3. Würdet Ihr die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Ihr nochmal vor der Wahl stündet?

Nicole: Nein, aber die Gründe dafür sprengen vermutlich den Rahmen dieses Interviews. Ich wäre – denke ich – einfach heute etwas mutiger. Mein Wunsch war damals etwas Kreatives, wie Textildesign, zu studieren. Ich habe es aus Vernunft nicht gemacht und bin dem Rat meiner Eltern gefolgt, etwas „Ordentliches“ zu studieren. Heute rate ich meinen Kindern auf ihr Herz zu hören und das zu tun, was sie glücklich macht.

Bianca: Ich weiß es nicht. Meine Studienwahl hatte schon damals etwas damit zu tun, dass ich gern flexibel sein wollte – wer weiß schon mit 19, wie der Rest seines Lebens aussehen soll. Ich habe ganz sicher in vielerlei Hinsicht Wissen aus dem Studium in den letzten Jahren genutzt und nutze es noch immer. Das Wesentliche, was mich und meinen Lebensweg geprägt hat, waren jedoch die vielen Menschen, immer wieder neuen Erfahrungen und Umbrüche, die ich hatte. Wenn meine Ausbildung also notwendig war, um all dies erleben zu dürfen – dann war sie wohl genau richtig.

4. Was inspiriert Euch im Job am meisten?

Nicole: Eigentlich kann das alles Mögliche sein. Ich lasse mich gerne von offenen kreativen Menschen inspirieren aber auch meine Liebe zur Natur lässt mich Kraft tanken, Luft holen und mit neuen Ideen durchstarten.

Bianca: Die Menschen mit Ihren Ideen und Geschichten, die bei uns sind oder zu Besuch kommen. Da gibt es so viele Momente, die einfach gut sind und die Möglichkeit sich immer wieder neu zu erfinden.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Ihr bisher getan habt?

Nicole: Mal abgesehen davon, dass wir beide mit jemandem, den wir erst ca. 6 Monate kannten eine Firma gegründet haben? Das ist schon außergewöhnlich.

Bianca: Stimmt! Ich kann noch hinzufüge, dass wir innerhalb von nur vier Monaten ein abbruchreifes Haus kernsaniert haben – ganz praktisch nicht nur planerisch(!) – das war für meine Verhältnisse viel außergewöhnlicher, als jede verrückte Lebenserfahrung vorher.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Euer Tipp für die Mittagspause?

Bianca: Gemeinsam Essen ohne Handy. Egal ob mit Kollegen oder Freunden, Essen bringt Menschen zusammen und man nutzt die Zeit ganz bewusst.

Nicole: Außerdem tut es immer gut, wenn man rausgeht. Im Sommer kann das ein Park sein und im Winter genügt vielleicht schon eine Runde um den Block, um den Kopf wieder frei zu bekommen.