5 ½ Fragen an Doris Schuppe

Wer oder was ist DoSchu? Hinter dieser Abkürzung versteckt sich Doris Schuppe. Ich habe sie auf Veranstaltungen der webgrrls kennengelernt und verfolge seit ihres Umzugs nach Mallorca gespannt, wie sich ihr Coworking Space Rayaworx dort entwickelt. Wie der Space zu seinem Namen gekommen ist und was DoSchu sonst noch alles zu bieten hat, erzählt sie in den folgenden 5 ½ Fragen. Viel Spaß beim Lesen!

1. Was tust Du und wie lange gibt es Dein Unternehmen schon?

Mein Arbeitsleben verläuft seit ein paar Jahren mehrgleisig: Zum einen bin ich seit 2010 als Digital Communication Consultant www.DoSchu.Com freiberuflich tätig und gebe u.a. Social Media-Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse in München.

Zum anderen arbeite ich seit etwas mehr als zwei Jahren als Coworking Host im Rayaworx Coworking Space www.rayaworx.eu auf Mallorca. Das Unternehmen COWOXU Mallorca, das den Space betreibt, gründete ich 2014 zusammen mit meinem Mann, als wir von München nach Santanyí im Südosten Mallorcas umzogen.

2. Wie bist Du zu Deiner jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Deiner ursprünglichen Ausbildung?

Tja, das war bei Gesprächen mit Personalverantwortlichen schon immer ein lustiges Thema, die keinen roten Faden in meinen beruflichen Stationen erkennen konnten. Nach dem abgeschlossenen Studium Biologie / Informatik startete ich im Fachjournalismus, wechselte zu PR, dann Marketingkommunikation und Projektleitung… – „never stop learning“ ist mein Mantra.

Mein roter Faden ist nach wie vor die Online-Vernetzung. Ich bin seit 1988 online und habe stets nach Firmen und Beschäftigungen Ausschau gehalten, in denen ich meine Leidenschaft für Internet und Co. einbringen kann. Dabei bin ich dem Gründungszuschuss dankbar, der mir half, die Selbständigkeit zu entdecken und ein Business aufzubauen.

Mit meinem von außen betrachtet chaotischen Lebenslauf bin ich geradezu perfekt „ausgebildet“: Als Social Media-Dozentin profitiere ich – und meine SeminarteilnehmerInnen – von der Praxiserfahrung an den verschiedenen Schreibtischen. Und als Coworking Host bringe ich einerseits meine langjährigen Erfahrungen mit ortsunabhängigem und online vernetztem Arbeiten ein. Plus jede Menge Networking-Experience als Chapter-Lead im Social Media Club München. Und in allen Bereichen lerne ich nahezu jeden Tag etwas Neues dazu.

3. Würdest Du die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Du nochmal vor der Wahl stündest?

Ganz bestimmt. Heute wäre es nicht mehr in der Form möglich, da sich die Studiengänge enorm verändert haben. In der Biologie hatte ich noch ein sehr anregendes Studium generale mit vielen Ausflügen in andere mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultäten.

Nur so bekam ich meine Erweckung, als ich damals in der Mathematik den Aushang für die neue Professur in „PC-orientierter Informatik“ entdeckte. Denn mit den Weißkitteln am Großrechner konnte ich nicht viel anfangen. Viele meiner beruflichen Schritte danach waren zum Teil beschwerlich als Quereinsteigerin, aber wertvoll.

4. Was inspiriert Dich im Job am meisten?

Die Vielfalt. Die Coworker bringen die unterschiedlichsten beruflichen Hintergründe mit in den Space. Und so ist jeder Tag im Coworking Space für mich als Host anders. Ein paar Varianten, die wir hier so erleben:

  • Es kommen flexibel Coworker herein, wenn sie einen Arbeitsplatz mit Internet, Klimatisierung und KollegInnen brauchen.
  • Menschen klopfen an, weil sie dringend im Urlaub eine berufliche Aufgabe zu erledigen haben.
  • Ich kann Coworker miteinander vernetzen, die dann wunderbare Synergien entdecken, aus denen Neues entstehen kann.
  • Jemand aus unserer Coworking Community schaut vorbei, lässt uns an neuen Kreationen teilhaben – sei es ein Workshop, ein Magazin, ein Yoga-Stil oder ein kulinarischer Einfall.
  • Und na klar: TouristInnen finden bei uns Rat und Tat bei der Suche nach ihrem geparkten Fahrzeug, der Bushaltestelle, dem passenden Restaurant oder Strand.

Ganz ehrlich, ich bin so froh, dass ich vor vier Jahren in den Ferien auf die Idee kam, einen Coworking Space im Feriengebiet jenseits von Palma auf Mallorca zu starten.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Du bisher getan hast?

Mal überlegen, da fällt mir als erstes meine vierwöchige Motorradtour durch Neuseeland ein. Gleichauf damit die Fütterung von Adlerrochen auf Hawaii.

Ich stand damals im Becken des Nature Pool und hielt dem Rochen meine Hand mit Muschelfleisch hin. Das war schon sehr außergewöhnlich und spannend, wie das riesige Tier auf mich zu schwamm. Leider erwischte der Rochen stattdessen meine Finger um dann an meinem Ring herumzuzutzeln. Ein sehr intensives Erlebnis, das gut endete. Der Rochen bekam sein Häppchen und ich behielt sowohl meine Finger als auch meinen Ehering.

Dieses nachhaltige Erlebnis führte im Übrigen zu dem Namen Rayaworx für unseren Coworking Space: Raya aguila ist der Adlerrochen.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Dein Tipp für die Mittagspause?

Rausgehen! Es ist immer gut, auch wenn es nur eine halbe Stunde Mittagspause geben sollte, vor die Tür zu gehen. Dazu einen Imbiss mitnehmen – da gibt es ja inzwischen jede Menge sehr praktische, wiederverwendbare Lunchboxen zum Selberfüllen – und einen schönen Platz aufsuchen. Jenseits der heißen Sommertage ist das bei mir gerne Cala Santanyí, Mondragó oder der Felsbogen Es Pontàs. Im Sommer dann eher unter einem schattenspendenden Sonnenschirm zuhause, in Santanyí oder einem Hafenrestaurant in Cala Figuera, Sa Ràpita oder Porto Petro. Je nachdem wer sich der Mittagspause anschließen mag.

Doris Schuppe twitter.com/doschu