5½ Fragen an Elisabeth Schoch

Die Serie „5½ Fragen an…“ gibt es jetzt schon seit Januar 2016. Seither durfte ich viele interessante Menschen interviewen.  Und was läge da näher, als diese spannenden Gesprächspartner als Multiplikatoren zu verwenden und mir von ihnen weitere tolle Menschen empfehlen zu lassen? Somit freue ich mich sehr über Simone Brückners Empfehlung, der wir das heutige Interview mit Elisabeth Schoch verdanken. Viel Spaß beim Lesen!

P.S.: Das Interview mit Elisabeth Schochs Co-Gründerin Annette Jorga lesen Sie auch hier im Blog.

1. Was tun Sie und wie lange gibt es Ihr Unternehmen schon?

Wir haben unser Unternehmen najka Agentur vor knapp 4 Jahren gegründet. Unser Ziel ist es, Firmen zu helfen, die Effizienz im Arbeitsalltag zu steigern. Das erreichen wir gemeinsam mit unseren Kunden, indem wir die die Büros optimal ordnen, strukturieren und Abläufe standardisieren.

Wir bieten Lösungen, die man einfach und kostenersparend einsetzen kann. Oft sind es viele kleine Verbesserungen, die ‚Chaos-Büros‘ in übersichtliche und effiziente Arbeitsplätze verwandeln. Lästiges Suchen entfällt, jeder Vorgang ist sofort zur Hand und die Firma beweist sich als kompetent und vertrauenswürdig nach außen.

Weiterhin führen wir qualifizierte Mitarbeiter-Befragungen durch, damit die Firma von den Ideen und Verbesserungsvorschlägen, aber auch der Kritik Ihrer Mitarbeiter profitieren kann. Es ist erstaunlich, was für tolle Ideen viele Mitarbeiter haben, sie aber leider nicht aktiv kommunizieren. Durch eine regelmäßige Befragung und Umsetzung der Vorschläge entwickelt sich ein eigenständiges ‚Mit-Denken‘ und das Unternehmen erhält zufriedene Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen und sich aktiv in das Firmengeschehen einbringen.

2. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Ihrer ursprünglichen Ausbildung?

Ich habe BWL in London studiert, wovon ich sehr profitiere, um unsere Firma erfolgreich aufbauen und führen zu können.

Nach dem Studium habe ich die Vertriebs- und Marketing Abteilung eines Hotels aufgebaut und geleitet. Gleichzeitig vertrat ich die Assistentin der Geschäftsleitung, die länger abwesend war. Dies war nur möglich durch einen optimierten Arbeitstag, sprich eine durchorganisierte Ablage und strukturierte Prozesse und Routinen.

Einer meiner Aufgaben war die Betreuung von Firmen-Kunden. Hier habe ich immer wieder festgestellt, dass sehr viele Firmen sehr unorganisiert sind und Ihre Unterlagen oft suchen müssen. Da war mir klar, dass die meisten Unternehmen zu viel unnötige Zeit mit der Verwaltung verschwenden, oft ohne es selbst zu realisieren oder wahr haben zu wollen. So entstand die Idee, eine Methode zu entwickeln, mit der man Geld, Zeit und Ärger im täglichen Büro-Alltag einspart.

3. Würden Sie die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Sie nochmal vor der Wahl stünden?

Ja, das BWL-Studium kommt mir und unsere Firma sehr zugute, um unsere Geschäftszahlen zu verstehen und zu kontrollieren und um rechtzeitig eingreifen zu können. Viele kleinere Firmen überleben nicht, weil das kaufmännische Wissen fehlt. Sie machen zwar Umsatz aber ohne die Kosten und Ausgaben im Blick zu haben, kann eine Firma schnell zu Grunde gehen.

4. Was inspiriert Sie im Job am meisten?

Wenn mit unserer Unterstützung ein Unternehmen reibungslos läuft, die Mitarbeiter und Geschäftsleitung motiviert arbeiten und wieder mehr freie Zeit für das Kerngeschäft haben. Und wenn durch unseren Einsatz lästige Papierberge verschwinden und Zeitfresser eliminiert werden.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Sie bisher getan haben?

Ich bin Norwegerin und kam Mitte 1994 nach meinem Studium in England nach Deutschland. Deutschkenntnisse waren gar nicht vorhanden und ich habe als erstes einen Deutschkurs für Anfänger belegt. Als ich mich ein paar Monate später für eine Stelle im Verkauf und Marketing in einem Münchener Hotel beworben habe, hatte ich wenig Hoffnung genommen zu werden. In diesem Bereich ist normalerweise die erste Voraussetzung, dass man sich schriftlich sowie mündlich gut ausdrücken kann.

Als ich dann zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde, habe ich Tag und Nacht geübt – Standardsätze auswendig gelernt und mit großer Hilfe meines (deutschen) Mannes sind wir alle mögliche Fragen und Antworten durchgegangen. Als der Tag kam, habe ich tatsächlich ‚bestanden‘ und ein paar Tage später kam die Zusage. Durch viel Arbeit, sehr viel Hilfe von Kollegen und meinem Mann und habe ich mich das erste Jahr durchgekämpft. Außerdem habe ich meine Stärken genutzt um das ’schlechte‘ Deutsch zur Nebensache zu machen.

5½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Ihr Tipp für die Mittagspause?

Viel Bewegung, am liebsten draußen an der frischen Luft, zum Beispiel eine halbe Stunde auf dem Fahrrad richtig gasgeben. Dann ist der Kopf wieder frei für klare Gedanken.