5½ Fragen an Sonja Kreye

Im September 2016 fand bei Mein Arbeits(t)raum Untergiesing eine Kooperationsveranstaltung zum Thema „Durch die Kranknversicherung arm ins Alter?“ mit dem VGSD e.V. und den Webgrrls Bayern e.V. statt. Business Celebrity Sonja Kreye lernte ich dort als Teilnehmerin der Podiumsdiskussion zum Thema kennen. Wer oder was „Business Celebrity“ ist und was Sonja in er Formel 1 erlebt hat, erzählt sie in den folgenden 5½ Fragen. Viel Spaß bei Lesen!

1. Wie lange gibt es Dein Unternehmen?

Die Marke Business Celebrity gibt es seit Ende 2014. Selbstständig bin ich allerdings bereits seit 2001. Ich hab es in meiner Laufbahn gerade einmal auf ein Jahr im Angestellten-Verhältnis geschafft. Die Selbstständigkeit kam damals zufällig, aber mir wurde ganz schnell klar, dass sie die einzige Form der Tätigkeit ist, die meiner Persönlichkeit entspricht. Ich gestalte gerne selbst und habe einen großen Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang. Ich habe viele Jahre auch als feste Freie gearbeitet, beispielsweise für Porsche Motorsport, für ein renommiertes Rennteam oder den Manager eines früheren Formel 1 Rennfahrers. Für mich war diese gefühlte Freiheit immer wichtig. Heute bin ich Online-Unternehmerin und noch freier und unabhängiger als damals. Und das macht so richtig Spaß.

2. Wie bist Du zu Deiner jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Deiner ursprünglichen Ausbildung?

Ursprünglich habe ich mal ein Fachstudium Touristik absolviert. Mir war immer klar, dass ich die Welt sehen will. Gleich darauf bin ich in der Formel 1 und im internationalen Motorsport gelandet mit einer Spezialisierung auf PR und Vermarktung. Heute habe ich ein Online-Business und berate Einzelunternehmer im Business Celebrity Online-Trainingsprogramm darin, wie Sie mehr Bekanntheit und mehr Kunden gewinnen.

Wenn ich jetzt lese, was ich da so geschrieben hab, also ein ganz klares Nein – meine Tätigkeit entspricht nicht meiner Ausbildung. Ich würde sogar noch weiter gehen: Für alle Jobs, Projekte und Tätigkeiten, die ich bisher hatte, gibt es eigentlich gar keine Ausbildung. Die beste Vorbereitung wäre wohl ein BWL Studium mit Fachrichtung Marketing. Das habe ich dann vor einigen Jahren auch noch nebenbei gemacht. Das war zu der Zeit als ich bei Porsche Motorsport ein US-amerikanisches Rennprogramm vermarktet habe. Ich war damals zwar viel unterwegs, aber im Fernstudium an der Steinbeis Universität hat sich das gut vereinbaren lassen.

3. Würdest Du die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Du nochmal vor der Wahl stündest?

Wenn damit die Erstausbildung, also das Fachstudium Touristik gemeint ist, nein. Das würde ich nicht nochmals machen. Ich stamme nicht aus einem Akademiker-Haushalt und war die erste in unserer Familie, die Abitur gemacht hat. Von daher konnte mich niemand so wirklich beraten, was ich wohl studieren sollte. Nach der Schule kam mir daher das ‚Fachstudium’ sehr gelegen. Das war damals als eine Art Bachelor konzipiert, wurde im Rahmen des Bologna-Prozesses aber nicht als Bachelor anerkannt. Also stand ich eigentlich vollkommen ohne Ausbildung da. Und das obwohl ich dafür auch noch einiges bezahlt hatte.

Ich bin trotzdem meinen Weg gegangen. Das Studium habe ich dann aber nachgeholt als ich bei Porsche Motorsport war. Zuvor gab es schon hin und wieder Jobs, die ich gern gehabt hätte, die ich aber auf Grund der fehlenden Anerkennung der Ausbildung nicht gekriegt habe. Und das habe ich mit dem Bachelor of Business Administration in Media and Marketing an der Steinbeis Universität aus dem Weg geräumt. Diesen Studiengang kann ich sehr empfehlen.

4. Was inspiriert Dich im Job am meisten?

Am meisten inspirieren mich Unternehmer, die sich scheinbar durch nichts beirren lassen. Ich weiß, dass mein Lebenslauf auch danach klingt, dass ich sehr zielstrebig und unbeirrbar bin. Dem ist aber nicht immer so gewesen. Oder besser gesagt: ich weiß, was es heißt, gegen viele Widerstände zu kämpfen, weil das, was ich in meiner Karriere gemacht habe, eben oftmals nicht dem entsprochen hat, was ‚man halt so tut’. Da gibt es dann gerne unaufgeforderte Ratschläge aus dem Familien- oder Freundeskreis à la ‚Ist das denn ein Beruf?’ Wenn ich andere Unternehmer sehe, wie sie ihren ganz eigenen Weg gegangen sind – trotz Widerständen und Hürden – dann inspiriert mich das sehr.

Wenn ich mal ein kleines Motivationstief habe, dann lasse ich mich auch gerne von Anthony Robbins oder Richard Branson inspirieren. Branson habe ich sogar mal persönlich getroffen, als ich mich um die PR eines ehemaligen Formel 1 Rennfahrers gekümmert habe. Er fuhr damals im Virgin Racing Team und ich muss sagen, er war wirklich sehr sympathisch und nahbar.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Du bisher getan hast?

Das kommt ein bisschen drauf an, was man so als außergewöhnlich definiert. Ich habe sicherlich viele bekannte Persönlichkeiten getroffen, wie Bernie Ecclestone, Richard Branson, Michael Schumacher, Sebastian Vettel und viele mehr. Außergewöhnlich waren sicherlich auch die Flüge in Privatjets, um in letzter Minute Ersatzteile an die Rennstrecke zu bringen, die Events auf den Dachterrassen von Monaco oder auch meine Auftritte bei Podiumsdiskussionen in Motorsport-Foren, bei denen ich meistens die einzige Frau war.

Zwei Dinge waren aber wohl besonders außergewöhnlich: Zum einen musste ich bei einem Rennen in den USA mal einen Boxenstopp mitmachen, weil der Rest des Teams noch in der Team-Garage war (in den USA sind die Garagen oftmals nicht direkt an der Boxengasse und bei einem Langstreckenrennen lohnt es sich, das Fahrzeug zu reparieren auch wenn es länger dauert). Ich musste zwar nur den Feuerlöscher halten, aber im Ernstfall hätte ich es wohl kaum geschafft, das Ding auszulösen. Wir haben noch Jahre später darüber gelacht. Diese Geschichte ist in die Annalen des Teams eingegangen.

Und die zweite außergewöhnliche Geschichte war die, dass ich bei meinem Beratungsmandat an der damals neu gebauten Rennstrecke in Schanghai in der Flughafen-Lounge meinen heutigen Mann kennengelernt habe. Der kommt aus der Nähe von Kassel, aber manchmal muss man ja weit reisen, um das große Glück zu finden. Jetzt wo ich so ins Nachdenken komme, könnte ich noch einige weitere Geschichten erzählen.

Heute reise ich nicht mehr so viel und erlebe wohl nicht mehr ganz so viele wilde Sachen. Ganz traurig bin ich darüber allerdings nicht. Eher froh, dass ich so viel reisen und erleben durfte, so dass ich heute nicht das Gefühl habe, ich würde etwas verpassen. Denn obwohl sich meine Vergangenheit sehr glamourös und spannend anhört, bin ich heute weit erfolgreicher. Und das macht mich sehr zufrieden. Gerade habe ich zudem ein neues Angebot auf den Markt gebracht und organisiere mein erstes ‚Online-Business-Retreat’ auf Mallorca. Innerhalb von einer Woche zeige ich Unternehmerinnen und Unternehmern dort, wie sie sich selbst ein sechsstelliges Online-Business aufbauen. Ich wage mich also wieder raus aus Deutschland J Und die gute Nachfrage zeigt mir, dass ich das wohl künftig des Öfteren wiederholen werde. Ich freue mich schon drauf.

5½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Dein Tipp für die Mittagspause?

Ich sitze am liebsten auf meinem Balkon und genieße den Ausblick. Ab und zu gönne ich mir auch eine Runde Jogging, das ist vor allem dann gut, wenn ich meine Kreativität anheizen will, denn beim Joggen hab ich immer gute Ideen. Ansonsten ist natürlich auch eine Verabredung zum Lunch immer gut. Das schaffe ich allerdings viel zu selten.