5½ Fragen an Martin Okrslar

Die Empfehlung für meinen heutigen Interview-Partner Martin Okrslar habe ich von Birte Pampel bekommen. Auf meine Frage wen ich ihrer Meinung nach unbedingt interviewen sollte, fiel sofort sein Name. Warum? Weil er mit Gründung der MARO Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen e.G. eines der brennenden Themen unserer Zeit angegangen ist: altersgerechten und lebenswerten Wohnraum. Neugierig geworden? Dann viel Spaß beim Lesen!

1. Wie lange gibt es Ihr Unternehmen?

Wir haben die Genossenschaft im August 2012 gegründet. Damit haben wir heuer fünfjähriges Jubiläum.

Am Anfang waren wir nur fünf Leute und hatten fast kein Geld in der Kasse. Heute sind wir 550 Mitglieder und die Kassenlage ist – wie der Wirtschaftsprüfer sagen würde – „auskömmlich“.

2. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Ihrer ursprünglichen Ausbildung?

Nein, das hat mit meiner Ausbildung praktisch gar nichts zu tun. Ich bin über die Inhalte dazu gekommen, meine Vorstandskollegin auch.

Uns haben die Alternativen zu Pflegeheimen, gerade bei Demenz, und auch Wohnprojekte ausgesprochen umgetrieben. So kam es dann zur Gründung.

Studiert habe ich Philosophie und Computerlinguistik – bin also ein echter Theoretiker. Allerdings habe ich in den ersten 10 Berufsjahren vor allem IT-Projekte gemanagt, da nimmt man schon was mit.

3. Würden Sie die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Sie nochmal vor der Wahl stünden?

Aber sicher! Philosophie ist ein tolles Fach, kann ich jedem nur empfehlen.

4. Was inspiriert Sie im Job am meisten?

Die wechselnden und vielseitigen Anforderungen. Das macht einen zwar auch verrückt, weil man ja dauernd etwas anderes hat, um das man sicher kümmern muss.

Andererseits macht mir dieser berufliche Zehnkampf wahnsinnig Spaß.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Sie bisher getan haben?

Eine wirklich gut bezahlte Stelle zu kündigen, um eine neue Firma aufzubauen. Und das, wenn das zweite Kind gerade mal 8 Monate alt ist und man keinen fertigen Businessplan in der Tasche hat…

5½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Ihr Tipp für die Mittagspause?

Beim Essen Zeit nehmen. Handy aus. Nicht lesen beim Essen, genießen.