5½ Fragen an Katharina Kleber

Nachdem ich in dieser Interview-Reihe schon eine Menge spannender Menschen befragen durfte, die in ihrer beruflichen Laufbahn die unglaublichsten Veränderungen durchlebt haben, lernen wir heute eine junge Frau kennen, die gerade am Anfang ihres Berufslebens steht. Katharina Kleber hat gerade ihren Abschluss an der AMD gemacht und startet nun in die Selbstständigkeit. Viel Spaß beim Lesen!

1. Wie lange gibt es Ihr Unternehmen (oder Ihre Idee, falls Sie noch nicht gegründet haben)?

Die Idee ein eigenes Modelabel zu gründen existiert schon seit meiner Kindheit. Anfangs war es eher ein Wunschgedanke oder ein Traum, der aber durch mein Mode Design Studium an der AMD, der Akademie Mode & Design, immer konkreter geworden ist. Wobei ich in den ersten Semestern meines Studiums diesen Gedanken wieder ein wenig verworfen habe, da die Modebranche gerade für junge, kleine Labels kein Zuckerschlecken ist. Durch meine Bachelorarbeit aber – und vor allem durch die Zusammenarbeit mit Kerstin Timm von Tikkun-Schmuck (Anm. d. Red.: das Interview mit Kerstin Timm findest Du hier), hat sich aus diesem Gedanken heraus ein Ziel geformt. Ganz nach dem Motto, selbst wenn es nicht klappen sollte, es ist eine Erfahrung, an der ich in jedem Fall wachsen kann!

2. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Ihrer ursprünglichen Ausbildung?

Das erste Mal bin ich auf die AMD aufmerksam geworden in der Oberstufe des Gymnasiums. Zu dieser Zeit haben wir uns über verschiedene Berufs- und Studienmöglichkeiten informiert. Auf der Vocatium-Messe habe ich dann die AMD kennengelernt und war eigentlich ganz begeistert. Doch ich habe nach meinem Abitur – ehe ich mich final für Mode Design entschieden habe – noch ein paar andere Berufsfelder angeschaut und viele Praktika gemacht. Natürlich gab es damals Plan B (oder auch C), aber mein Herzblut hat an diesem Mode Design Studium gehangen…). Ich wollte etwas Kreatives machen, in Kombination mit einem Handwerk und dem direkten Kontakt zu den Menschen, das war mir sehr wichtig.

3. Würden Sie die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Sie nochmal vor der Wahl stünden?

Ich habe mir die Entscheidung an der AMD zu studieren sehr lange überlegt und viel ausgetestet. Dadurch konnte ich schon nach den ersten beiden Semestern zu 100 Prozent sagen, dass das die richtige Entscheidung war. Auch jetzt noch nach meiner Bachelorarbeit würde ich den Weg nach meinem Abitur wieder exakt so gehen wollen und dieselben Entscheidungen treffen.

4. Was inspiriert Sie im Job am meisten?

Das Tolle an meinem Studium war, dass wir wirklich jeden Schritt gelernt haben, wie aus einer einfachen Skizze per Hand ein detailliert Entwurf, eine Technische Zeichnung wird und aus dieser dann tatsächlich ein Kleidungsstück, das jemand tragen kann. Das heißt aus einem Bleistift-Strich wird schließlich eine Naht, aus 2D – 3D, das finde ich wahnsinnig inspirierend…

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Sie bisher getan haben?

Ein Kleid, das ich in Zusammenarbeit mit einer Kommilitonin im zweiten Semester gemacht habe. Es war ein Haute Couture Kleid für die Premiere von Maleficent im Gloria Film Palast in München 2014. Wir haben aus Schaumstoff und Klebeband einer Korpus geformt und diesen dann mit Tausenden von Schuppen bestückt, die wir alle eigenhändig zugeschnitten haben. Die Schleppe zu diesem Kleid war ein Spitzenstoff aus einer Augsburger Manufaktur. Das Muster zu dieser Spitze habe ich selbst designt und die Spitze ist extra produziert worden. Das war ein wahnsinnig aufregendes Gefühl, als ich zum ersten Mal diese Spitze in meinen Händen gehalten habe…

5½.Eine halbe Frage zum Abschluss: Ihr Tipp für die Mittagspause?

Die meiner Meinung nach beste heiße Schokolade in München trinken beim Macinino am Stachus oder im Asamhof eine große Tasse Cappuccino trinken im Playa, hier kann man gerade im Frühjahr und Sommer draußen im Hof zwischen tausenden von Blumen sitzen und die Sonnenstrahlen genießen…