Durch die Krankenversicherung arm ins Alter?

Die Krankenversicherung als Armutsrisiko? Soll das wirklich ernst gemeint sein? Das waren meine ersten Gedanken, als ich von der Idee einer Podiumsdiskussion zu diesem Thema erfuhr. Aber nach einem kurzen Gespräch mit Claudia Kimich (Webgrrls) und Dr. Andreas Lutz (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland, VGSD e.V.), den beiden Initiatoren der Veranstaltung, war ich überzeugt. Die Krankenversicherung kann sehr wohl zum Armutsrisiko werden. Wenn Du wissen möchtest warum Du als Selbstständig/r am 15.9.16 zu unserem Vortrag mit Podiumsdiskussion kommen solltest: Viel Spaß beim Lesen!

Diskriminierung? Ernsthaft?

Als ich kürzlich unsere Veranstaltung zum Thema „Durch die Krankenversicherung arm ins Alter?“ in der Facebook-Gruppe „Munich Startups“ bewarb, bekam ich einen derart patzigen Post als Kommentar, dass ich regelrecht vor den Kopf gestoßen war. Wie ich auf die Idee käme, dass Frauen bei der Krankenversicherung benachteiligt werden? Und was ausgerechnet die Krankenversicherung für die Altersarmut könnte? Tja, bis vor ein paar Wochen hätte ich vermutlich ähnlich gedacht.

Fakt ist aber, dass es viele Teilzeit-Selbstständige gibt. Fakt ist auch, dass sich darunter überdurchschnittlich viele Frauen befinden. Trotz aller Bemühungen um eine ausgewogene Aufteilung von Haushalts- und Erziehungsarbeit zwischen Männern und Frauen sieht die Realität anders aus. Zumeist sind es nach wie vor wir Frauen, die ihren Beruf der Familienarbeit unterordnen. Das bedeutet für die Frauen, wenn sie nicht sogar ganz daheim bleiben, meist eine Teilzeitanstellung oder –selbstständigkeit. Somit ist Diskriminierung nicht der ganz richtige Begriff für das Dilemma, aber die Folge ist vergleichbar. Der Mindestbeitrag für die Kranken- und Pflegeversicherung liegt in Deutschland derzeit bei ca. 380,00 Euro pro Monat – unabhängig vom realen Einkommen. Es wird also jedem Selbstständigen ein fiktives Einkommen in Höhe von 2.180,00 Euro unterstellt. Eine ganze Menge, wenn man nur in Teilzeit arbeitet. Und wie soll Mann/Frau bei derart hohen Krankenversicherungsbeiträgen noch Geld fürs Alter zurücklegen?

Was können wir tun?

Man könnte es sich nun leicht machen und sagen, dass diejenigen Selbstständigen, die nicht genug verdienen, einfach aufhören sollten zu arbeiten und sich eine Anstellung suchen sollten. Aber das kann es doch wohl nicht sein! Menschen, die bereit sind unternehmerisch zu agieren und etwas Eigenes zum Bruttosozialprodukt beizutragen davon abzuhalten, nur weil ihr Einkommen ein gewisses Minimum nicht überschreitet?

Was und wer erwartet Dich am 15.9.?

Im Jahr 2012 wurde der VGSD e.V. mit dem Ziel gegründet, Selbstständigen und Gründern eine Stimme zu geben und Lobbyarbeit in der Politik zu betreiben. Als Vorstandsvorsitzender setzt sich der Fachjournalist und promovierte Betriebswirt Dr. Andreas Lutz seither für die Belange von Freiberuflern, Selbstständigen und Kleinstunternehmern ein. Von ihm erfahren wir am 15.9.16 in einem ca. 30 minütigen Vortrag die Hintergründe der derzeitigen Situation und was man dagegen tun könnte bzw. sollte. Während der anschließenden Podiumsdiskussion stehen er, Verhandlungscoach Claudia Kimich, „Business Celebrity“ Sonja Kreye und „Die Versicherin“ Daniela Fischer für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Neugierig geworden? Dann melde Dich noch heute an! Ich führe als Moderatorin durch die Diskussion und freue mich darauf Dich dort zu treffen!

P.S.: Wer Claudia Kimich und Dr. Andreas Lutz vorab etwas kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen mein 5 ½ Fragen an die beiden nachzulesen:

5 ½ Fragen an Claudia Kimich

5 ½ Fragen an Dr. Andreas Lutz

3 Antworten
  1. Robert
    Robert says:

    Ja, die Krankenkassenbeiträge sind ein Ärgernis.
    Das Problem des weniger Verdienens hättest du Teilzeit auch in einer Festanstellung.

    Aber es gibt Mittel und Wege, einen geringeren Beitrag zu zahlen, wenn du keine 2.180€ verdienst. Zum Beispiel könntest du dich von deiner eigenen GmbH/UG anstellen lassen.

    Antworten
    • Andreas Lutz
      Andreas Lutz says:

      Hallo Robert,
      interessanter Tipp, der zum Weiterdenken anregt!
      Die Betroffenen werden allerdings in aller Regel keine GmbH haben.
      Sie müssten sich von einem anderen anstellen lassen und diese Anstellung müsste der Hauptberuf sein, also die Anstellung zeitlich und einkommensmäßig überwiegen.
      Aber uns geht es nicht um Gestaltungen, sondern Ziel ist, dass der Gesetzgeber gerechte Beiträge schafft und nicht Teilzeit-Selbstständige (und das sind meistens Frauen) systematisch benachteiligt.
      lg Andreas

      Antworten

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