5 ½ Fragen an Claudia Kimich

Claudia Kimich ist eine Institution und ein Phänomen. Ich kenne sie nun seit mehreren Jahren und bin immer wieder von ihrer Energie und Vielseitigkeit begeistert. So zielstrebig sie heute ist, hätte ich nie vermutet, dass sie das Gymnasium geschmissen hat. So kann man sich irren! Wie das mit einem Informatikstudium, einer Windsurfschule auf Korsika und dem Verhandlungstango zusammenpasst? Das erfährst Du in den folgenden 5 ½ Fragen :-).

1. Wie lange gibt es Dein Unternehmen?

Mein Unternehmen KIMICH kenn ich! – Verhandlungsexpertin ist jetzt bereits über 20 Jahre am Markt und ich habe noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag. Ich eigne mich definitiv nicht für einen Angestelltenjob und habe die Selbständigkeit – meine Mutter ist Steuerberaterin – bereits mit der Muttermilch eingesaugt.

2. Wie bist Du zu Deiner jetzigen Tätigkeit gekommen? Entspricht sie Deiner ursprünglichen Ausbildung?

Der Weg war kurvig und spannend. Das Gymnasium habe ich nach der 10ten wegen Latein geschmissen, danach Fachoberschule für Sozialwesen gemacht. Dabei habe ich festgestellt, dass ich einen Job brauche, mit dem ich mir meine sozialen Spirenzchen alle leisten kann, wie z.B. Jugendarbeit in Sprachferien, Jugend-Windsurf- und -tanzschule auf Korsika immer drei Monate im Sommer, Laiteintanzformationstrainerin einer Rollstuhltanzformation uvm. Dann habe ich aus Trotz und weil ich gut in Mathe war, erfolgreich Informatik studiert und für die künstliche Intelligenz die Haare schwarz gefärbt – naja ok, die schwarzen Haare waren eher fürs Formationstanzen. IT- und Vertriebsleitungen im 20 Std. Job waren möglich und ließen mir den Spielraum nebenbei bereits die Selbständigkeit auf- und auszubauen. Andere Menschen unterstützen, bestimmte Fähigkeiten und Wissen vermitteln und zu unterhalten war immer schon meins. Von Kindergeburtstagsorganisatorin, über Handballtrainerin, Tanzlehrerin und Turnier- bzw. Showtänzerin bis hin zur IT-Trainerin, ich konnte mich in vielen Bereichen verwirklichen und austesten.

Jetzt bin ich genau, wo ich sei will, habe meine inhaltlichen Spezialthemen Verhandlungstango und Raus aus dem Techie-Blues! gefunden und liebe die Abwechslung von Einzelcoaching über Intensivworkshops, Vorträge und der großen Bühne. In einem Punkt bin ich dabei der Informatik treu geblieben: Ich gebe Workshops speziell für ITler und Ingenieure zum Thema Kommunikation, Kundenorientierung, Präsentation und Konfliktmanagement.

3. Würdest Du die gleiche Ausbildung noch einmal machen, wenn Du nochmal vor der Wahl stündest?

Ja, das technische und lösungsorientierte Denken ist eine sehr gute Grundlage und bringt mich auch in meinem Dasein als Trainerin und Coach weiter. Außerdem finde ich persönlich, dass für erfolgreiche Coaches ein erfolgreiches Leben vor dem Coach-Dasein maßgeblich ist. Und es hilft durchaus eine Exotin zu sein. Ich höre ganz oft „Was? Sie sind Informatikerin, so sehen Sie gar nicht aus?“ Als Merkfaktor ist die Diplom Informatikerin in Zusammenhang mit der Verhandlungsexpertin unschlagbar, schließlich sage ich auch in anderen Zusammenhängen: „Sie können versuchen mich zu verdrängen, vergessen werden Sie mich sicher nicht!“

4. Was inspiriert Dich im Job am meisten?

Zum Ersten die Arbeit mit meinen Klienten und Teilnehmern, das bleibt immer spannend. Auch wenn das Einstiegsthema oft der Verhandlungstango ist, geht es dann in sehr unterschiedliche Richtungen, je nach Persönlichkeit, Ziel und Dringlichkeit.

Zum Zweiten das Schreiben meiner Bücher. Während des Schreibens habe ich viele Punkte meines alltäglichen Tuns nochmal aus einer anderen Perspektive gesehen und überdacht.

Und zum Dritten der Austausch mit Kollegen und das Netzwerken. Unter anderem bei den www.webgrrls-bayern.de, die ich seit über 12 Jahren leite und mit denen wir ja seit diesem Jahr einmal im Monat euren Weitraum 100 voll ausfüllen.

5. Was war das Außergewöhnlichste, was Du bisher getan hast?

Ich bin 10 Jahre lang jedes Jahr im Sommer für 3 Monate nach Korsika entschwunden und habe dort meine Windsurf- und Tanzschule auf einem Jugendcamp geführt, auf dem sich immer 800 Jugendliche gleichzeitig befanden. Joy habe ich da viel gelernt.

5 ½. Eine halbe Frage zum Abschluss: Dein Tipp für die Mittagspause?

Es gibt sogar zwei Tipps:

  1. Fast immer mit jemandem gemeinsam zu Mittag essen und netzwerken!
  2. Bauen Sie in jedem Mittagessen ein Füllwort/Konjunktiv, Weichmacher, wie ääääh, mmmmh, eigentlich, man, quasi, würde, möchte, versuche usw. bewusst in jeden 3. Satz dreimal ein. Dann können Sie es anschließend auch bewusst weglassen oder ersetzen, z.B. man durch ich.
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